Aussaat und Vermehrung von exotischen und heimischen Pflanzen
Es macht jedem Gärtner viel Freude, Samen auszusäen und die Keimung und das Heranwachsen der Pflanzen zu beobachten. Dabei kann man durchaus auch Exoten in unseren Breiten aufziehen. Dafür muss man nicht tief in den Geldbeutel greifen. Die Samen exotischer Früchte lassen sich oft problemlos zum keimen bringen, bekanntes Beispiel ist die Avocado, aber auch Physalis, Granatäpfel, Limonen, Zitronen oder Kaki bilden schöne Keimlinge. Auch heimische Arten können problemlos selbst aus Samen gezogen werden. Frostempfindliche Pflanzen werden im Haus zum Keimen gebracht. Für die Aufzucht wird ein heller Platz – etwa auf einer Fensterbank – der aber nicht in der prallen Sonne steht. Die Keimlinge bevorzugen eine Temperatur von 16 – 20 C im Wurzelbereich. Ausgesät wird ab Januar. Wenn sie später im Garten weiter wachsen sollen, sollten die Pflänzchen vor dem Aussetzen ins Freiland etwas kühler untergebracht werden – etwa bei 15 C – damit sie abgehärtet werden. Manche Samen können von März bis Mai direkt ins Freiland gesetzt werden. Vor der Aussaat muss der Boden gut gelockert, und mit Kompost oder Dünger angereichert werden. Dabei sollte man auf Mineraldünger verzichten, da dieser die Wurzeln der Keimlinge verätzt. Die Samen sollten flach eingearbeitet und leicht angedrückt werden, eventuell kommt eine Schicht Kompost als Abdeckung hinzu. Das Beet gut anfeuchten. Pflanzen können auch durch vegetative Methoden vermehrt werden. Dabei werden Sprossteile oder Wurzeln der Mutterpflanze abgetrennt, und in Erde oder Wasser gezogen. Ein Steckling sollte direkt unter einem Blattknoten abgeschnitten werden. Dort bildet sich das Gewebe, aus dem später die Wurzeln entstehen. Der Steckling sollte etwa 5 bis 10 cm lang sein, und zwei bis 4 Blätter besitzen. Die beste Zeit um Stecklinge zu schneiden ist der Sommer. Wer eine exotische Schönheit in seinem Wohnzimmer haben will, kann eine Ananas aus einem Steckling ziehen. Nötig ist dafür nur eine Frucht, die möglichst nicht gefroren wurde und saftige und frische Blätter besitzt. Aus dem Strunk mit den Blättern lässt sich eine neue Pflanze ziehen. Der Blattschopf wird mitsamt einigen Zentimetern Fruchtfleisch abgeschnitten. Dann wird das überflüssige Fruchtfleisch um den Strunk vorsichtig gekürzt. Die untersten 2 bis 4 Blattreihen nach unten abziehen. Dabei werden kleine Knubbel sichtbar. An diesen Stellen werden die Wurzeln später sprossen. Das Ganze kann nun einfach in Erde gesteckt werden. Regelmäßig gießen und an einem warmen Platz mit Sonne halten, dann wächst daraus eine wunderschöne Ananaspflanze.
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