Die Amerikanische Künstlerin Georgia O’Keeffe

  

Eine außergewöhnliche Erscheinung in der Geschichte der Malerei ist die amerikanische Künstlerin Georgia O’Keeffe. „Im Herbst 1915 kam mir erstmals der Gedanke, das, was man mich gelehrt hatte habe nur geringen Wert, außer der Verwendung von Materialien als eine Art Vokabular (…). Ich entschied mich dagegen, mein Leben mit etwas zu vergeuden, das bereits vorher gemacht worden war“. Die Künstlerin ging fortan konsequent ihren eigenen Weg. Einer ihrer wichtigsten Förderer war ihr Mann Alfred Stieglitz, der ihr Werk konsequent vermarktete. Georgia O’Keefes Arbeiten bestechen durch klare Linien und ungewöhnliche Blickwinkel. Sie lädt den Betrachter beispielsweise auf eine Reise in das innere einer Blüte ein, in deren Herzen das Licht zu wohnen scheint. Licht spielt in allen Aspekten ihrer Malerei die wichtigste Rolle. In ihrer späten Malerei fängt sie die sonnendurchflutete Klarheit New Mexicos ein, immer abstrakter und auf den Punkt reduziert. In den späten fünfziger und sechziger Jahren entstand eine Bilderserie, die Landschaften vom Flugzeug aus gesehen darstellt. Georgia O’Keeffe bemüht sich um eine emotionale Antwort auf die Natur, oszilliert zwischen Gegenständlichkeit und reiner Abstraktion. Sie selbst sagte einmal dazu: „Es überrascht mich doch zu sehen, wie viele Leute das Gegenständliche vom Abstrakten trennen. Gegenständliche Malerei ist dann gut, wenn sie auch im abstrakten Sinne gut ist. Ein Hügel und ein Baum machen kein gutes Bild aus, nur weil sie Hügel oder Bäume sind. Es sind die Linien und Farben die kombiniert werden, so dass sie etwas aussagen. Für mich ist das die eigentliche Grundlage der Malerei. Das Abstrahierte ist häufig die eindeutigste Form des unbegreifbaren Objekts in mir selbst, dass ich nur im Prozess des Malens klären kann.“ Die Malerin gehört durch ihr Werk, in dem sich formale Neuerungen und universelle Themen ausdrücken, auf einen der vordersten Plätze in der amerikanischen Avantgarde.


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