Die Geschichte der Tätowierung
Die Haut dauerhaft mit Zeichen oder Bildern zu schmücken ist eine weltweit verbreitete Praktik. Menschen aller Zeiten und aller Kontinente haben sich tätowieren lassen. Dabei konnte es sich um religiöse, initiierende, schmückende oder therapeutische Tätowierungen handeln. Die Tattoo Geschichte in Eurasien beginnt schon im Neolitikum. „Ötzi“ der im Gletschereis konservierte Jäger aus der Zeit um 3300 vor Christus trug 57 Tätowierungen an seinem Körper: ein Kreuz auf der Innenseite des linken Knies, sechs 15 cm lange, gerade Linien in der Nierengegend, und viele kleine, parallele Linien in der Lenden-, Bein- und Gelenkgegend. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um therapeutische Tattoos zur Behandlung von Arthritis. Die älteste Tradition des Tätowierens haben die Ainu, die Ureinwohner Japans. Man geht davon aus, das Tätowierungen seit über 10000 Jahren zur Kultur gehören. Im Tarim Becken in West-China wurden kürzlich die Mumien mehrerer Krieger des europäischen Typs entdeckt, die Tattoos tragen, und mehr als 2000 Jahre alt sind. In den vorchristlichen germanischen und keltischen Kulturen und bei anderen nordeuropäischen Stämmen waren Tätowierungen üblich, so wird jedenfalls in vielen überlieferten Berichten erzählt. Julius Cäsar beschrieb die tätowierten Krieger der Gallier ausführlich im fünften Buch der gallischen Kriege. Die Pikten waren bekannt für ihre tätowierte und mit Ziernarben bedeckte Haut. Sie nutzten vor allem Blautöne, die sie aus Färberwaid und Kupfer gewannen. Und auch einige skandinavische Völker waren tätowiert, wie der arabische Diplomat Ahmad ibn Fadlan nach einer Begegnung mit ihnen im 10 Jahrhundert nach Christus beschrieb.
Auch bei einigen religiösen Gruppen in Mittelmeerländern waren Tattoos in der Antike üblich. Im Allgemeinen waren es im antiken Griechenland aber die Sklaven, die tätowiert waren.
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