Einführen in das positive Denken
Positives Denken – das klingt nach Schönmalerei und nach Unter-Den-Teppich kehren, nach Realitätsferne und nach falschem Optimismus. In der Tat ist der Begriff auch ziemlich überstrapaziert worden. Positives Denken sollte für ein langes und sorgenfreies Leben sorgen und entstehende Probleme quasi an der Wurzel ausrotten.
Das ist natürlich unmöglich. Leben beinhaltet immer auch ein Quantum an Leid. Krankheit und Tod betrifft jeden, ob reich oder arm, ebenso wie Verluste und Enttäuschungen. Daran kann auch das positivste Denken nichts ändern. Wie diese Herausforderungen allerdings vom Betroffenen aufgenommen und verarbeitet werden, ob sie ihn niederdrücken und verzweifeln lassen oder ihn stärker und erfahrener machen, daran ist die Art zu denken sicher in hohem Maße beteiligt. Ein Problem oder eine Krise kann als Schicksalsschlag oder als Herausforderung betrachtet werden. Man kann sich über andere Menschen schwarz ärgern – oder Verständnis und Mitgefühl empfinden.
Wer positive Empfindungen bei sich selbst fördert, und negative vorüberziehen lässt und relativiert, lebt auch körperlich gesünder: er hat weniger Chancen, an Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Magengeschwüren und Kreislaufproblemen zu erkranken. So gesehen verlängert eine positive Einstellung wirklich das Leben. Und macht es schöner. Wie viel angenehmer es ist zu lächeln, statt das Gesicht ärgerlich zu verziehen, kann jeder selbst im einfachen Experiment nachvollziehen. Für die Umgebung übrigens auch: schlechte Laune verbreitet sich schneller als der ansteckendste Schnupfen, ein Lächeln allerdings auch. Probieren Sie es aus: lächeln Sie die Verkäuferin an, die Reinigungsfachkraft, die verschlossene Kollegin – das Lächeln kommt an, und wird sich weiter verbreiten. Die nächste Stufe wäre, zu versuchen, Situationen und Mitmenschen nicht mehr mit Ärger zu betrachten. Menschen tun Dinge selten gegen jemanden anderes, sie tun sie für sich selbst. Die alte Dame im Supermarkt, die ärgerlich lange braucht und dabei den ganzen Gang versperrt, ist vielleicht gehbehindert und kann nicht anders. Der Autofahrer, der den anderen schneidet, war vielleicht einfach in Gedanken, weil er gerade eine belastende Situation erlebt. Die Restaurantbedienung, die etwas vergessen hat, hat vielleicht ein kleines Kind und deswegen die ganze Nacht nicht geschlafen. Nicht ärgern, einfach ausweichen, freundlich daran erinnern und sich weiter nicht darum kümmern. So wird eine kleine Panne nicht zum Riesenärgernis, das einen über Stunden belastet.
Auch bei der Realisierung von Ideen kann positives Denken sehr viel bewirken – weit mehr als das – vermeintlich – realistische Herangehen, das oft mit Herabsetzungen einhergeht. Hier zur Einführung ein paar Schritte Richtung positives Denken:
Sie haben sicher irgendeine Idee, die Sie eigentlich gerne so schnell wie möglich in die Tat umsetzen würden. Natürlich sind Sie nicht der Einzige mit der tollen Idee. Was bringt sie also dazu, das Beste daraus zu machen?
1. Handeln Sie. Leben Sie ihr Leben durch handeln, nicht durch abwarten. Reden und Träumen ist Silber, Handeln ist Gold. Handeln gepaart mit Leidenschaft für das was Sie tun oder was Sie tun möchten ist eine hervorragende Investition in die Zukunft. Ohne Handeln geht die Leidenschaft ins Leere.
2. Verpflichten Sie sich zu einem kraftvollen Leben – für sich, und für diejenigen, die Sie lieben. Das bedeutet, zu Agieren, statt zu Reagieren, sich zur Kreativität aus vollem Herzen zu verpflichten, und Dinge aus Leidenschaft und Liebe zu tun, statt aus Angst. Wie viele Menschen machen es sich in unangenehmen Lebensumständen bequem, weil sie die Konsequenzen einer Veränderung fürchten. Die Folgen dieser vermeintlichen Sicherheit und Bequemlichkeit sind Unzufriedenheit und Frustration, die der Betroffene selbst, aber auch seine ganze Umgebung zu spüren bekommt, und so langsam aber sicher das ganze Leben vergiftet. Positives Denken seinen Träumen und Zielen gegenüber bewirkt eine positive Veränderung.
3. Gewöhnen Sie sich an den Gedanken, dass jeder Moment Ihres Lebens unabhängig von seinem Ergebnis vollkommen und einzigartig ist. Vielleicht finden sie diese Herangehensweise am Anfang befremdlich, gerade wenn es sich um Momente handelt, in denen Sie in einem Wartezimmer beim Zahnarzt sitzen, oder sich um eine Auseinandersetzung mit dem Finanzamt handelt. Versuchen Sie es trotzdem. Sie werden sich wundern, wie auch unangenehme Aufgaben plötzlich ihren Schrecken verlieren, und um wie viel Lebensqualität Sie sich bereichern werden.
4. Lernen Sie, dankbar zu sein. Ja, auch Sie haben eine Menge, für das Sie dankbar sein können, gerade bei vermeintlich kleinen Dingen wird das gerne übersehen. Sie haben Talente, für die Sie dankbar sein und die Sie nutzen sollten. So werden Sie sich auf die Dinge konzentrieren, die Sie haben, statt sinnlos Dingen nachzulechzen, die sie nicht haben. Ihr Leben wird sich reicher anfühlen.
5. Humor ist ein gutes Werkzeug, um die kleinen Höhen und Tiefen des Lebens zu bewältigen. Lernen Sie über sich und mit sich zu lachen. Werden Sie lockerer – sie könnten ganz neue, unterhaltsame Seiten an sich entdecken. Humor und Leichtigkeit helfen gegen latentes Selbstmitleid, dass noch niemanden vorangebracht hat, und das einem gern die angenehmen Seiten des Lebens verbaut.
6. Glauben, dass Sie der Architekt Ihres Schicksals sind. Natürlich wird so mancher Sturm ihr Lebensschiff treffen – der Steuermann aber sind Sie. Niemand kann ihnen ein erfülltes Leben nehmen – nur Sie selbst. So lange Sie atmen, gibt es auch etwas positives, was Sie erreichen können.
7. Modifizieren Sie – ein Rückschlag ist kein Grund zum Aufhören, vielleicht aber ein Hinweis darauf, dass man den Plan anpassen sollte. Hindernisse sind dazu da, mit neuen Ideen umgangen zu werden. Manchmal sollte auch das eigene Ziel revidiert werden, weil es sich überholt hat. Sie sollten deswegen nicht mit sich hadern. Gescheitert ist man erst, wenn man gar nichts mehr tut.
8. Und denken Sie daran: Erfolg misst sich im Endeffekt nicht am Geldbeutel, sondern an der eigenen Zufriedenheit und dem eigenen Glück. Und die bedeuten für jeden etwas anderes.
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