Experimentelle Malerei – Der Wiener Auktionismus

  

Der Wiener Aktionismus ist eine österreichische Variante der Aktionskunst, die Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts erblühte. Die Künstler bezogen sich bei ihren expressiven, radikalen Aktionen auf die Tiefenpsychologie Sigmund Freunds und C.G. Jungs. Die Aktionen zielten auf den Tabubruch, auf Aggressionsabbau und auf die Freisetzung ursprünglicher, anarchistischer Kreativität. Die wichtigsten Vertreter dieser Kunstrichtung waren Hermann Nitsch und Otto Muehl, sowie Rudolf Schwarzkogler, der bis zum Selbstmord ging, um die Zerstörungszwänge der Gesellschaft zu demonstrieren. (Hier stellt sich natürlich die Frage: „Kann Kunst zu weit gehen?“) Natürlich kann die Weigerung, der modernen Gesellschaft über ihre eigenen Untiefen hinwegzuhelfen, nicht radikaler ausfallen. Die Arbeit der Aktionisten schufen Rituale für die Verarbeitung seelischer Verletzungen. Hermann Nitsch tat dies in inszenierten, exzessiven Aktionen, voll von Blut und Schmerz, in denen er Organe, tote Tiere und den eigenen Körper (und den von Anderen) verwendete. Inspirierte er sich dabei bei der experimentellen, informellen Aktionsmalerei? Der Wiener Aktionismus kann am Besten verstanden werden, wenn man sich vergegenwärtigt, welch repressives und extrem konservatives Umfeld das Wien dieser Zeit darstellte. Für Nitsch war seine Performance Kunst ein „Abreaktionsspiel“, bei dem sich angestaute Triebe und unterdrückte Energien explosiv in die Freiheit brachen. Günter Brus ging sogar von gestischen Malakten über Selbstbemalung bis zur Selbstverletzung, was bis heute äußerst verstörend wirken kann. Alle Wiener Aktionisten filmten und fotografierten ihre Auftritte und Arbeiten. Viele ihrer Arbeiten sind heute im Museum für Moderne Kunst in Wien zu bewundern.


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