Gefährdete Schönheit – der Amur Leopard
Der Amur Leopard ist eine der gefährdetsten Tierarten der Welt. Nicht einmal 50 dieser schönen Wildkatzen leben heute noch in freier Wildbahn. Etwa zehn Amur Leoparden leben in Gefangenschaft in Zoos weltweit. Die Hauptursache für den dramatischen Rückgang des Bestands dieser herrlichen Großkatze ist die intensive Bejagung und die Schrumpfung des Lebensraums dieses Schnee Leoparden.
Noch im vorletzten Jahrhundert war der Amurleopard weit verbreitet. Er lebte in der südlichen Russlands, in Nordostchina und im Norden Koreas Sein Verbreitungsgebiet streckte sich vom Norden Russlands,weit in Sibirien, und bis zum Rand von Peking im Süden. Heute lebt er in der Gegend von Wladiwostok in Russland und in den chinesischen Provinzen Jilin und Heilongjiang– dort ergab die letzte Zählung 1998 allerdings nur einen Bestand von 10 Tieren. Einige Exemplare leben womöglich noch im Norden Koreas – hier wurde jedoch noch keine Zählung durchgeführt. Die IUCN, die International Union for Conservation of Nature, die auch die Rote Liste führt, zählt den Amur Leoparden zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Der Amur Leopard ist die nördlichste Leopardenart. Er ist an extremes Klima angepasst, an sehr kalte Winter und heiße und feuchte Sommer mit bis zu 40?C im Schatten und Monsunwinden. Er jagt vor allem Rehe und kleinere Hirsche, die auf Bäume geschleppt und dort gefressen werden. Weil er sich auch immer wieder Nutztiere fängt, wird er von den ansässigen Landwirten gewildert. Eine weitere Bedrohung ist die Verschmutzung und Bebauung seines Lebensraums, ebenso wie der illegale Holzeinschlag und Brandstiftung. Der Amur Leopard wird durch die Wirtschaftskrise in Russland und den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas in gleichen Maßen bedroht: Während die Krise in Russland den staatlichen Naturschutz lähmen und Nährboden für Wilderei bieten, können sich auf der anderen Seite mehr Bewohner des benachbarten Chinas Leopardenknochen und andere »Medikamente« der traditionellen chinesischen Medizin leisten. Auch Inzucht bedroht die Großkatze. Eines der letzten weiblichen Exemplare in der russischen Region wurde am 16.04.2007 erlegt. So gibt es in Russland nur noch 6 weibliche Tiere. Die Verpaarung von nah verwandten Tieren führt zu Missbildungen und Totgeburten, sowie zu Unfruchtbarkeit des Nachwuchses. Viele Artenschutz Vereinigungen bemühen sich um die Rettung des Amur Leoparden. Der WWF hat ein umfassendes Rettungsprogramm gestartet. Dabei arbeitet die Stiftung mit führenden nationalen und internationalen Organisationen zusammen. Ein Schutzplan wurde gemeinsam für die Amurleoparden erarbeitet. Das Ziel dieses Programms ist die Vergrößerung und Erhaltung eines genetisch überlebensfähigen Bestands von wenigstens 50 Amurleoparden in der russischen Provinz Primorje sowie die Auswilderung neuer Gründerpopulationen in anderen Gebieten, in denen die Großkatze früher vorkam. Der WWF unterstützt daher Antiwildererprogramme, treibt die Etablierung von Schutzgebieten voran und erhöht das öffentliche Bewusstsein für den Amurleopardenschutz.
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