Genuss und gutes Essen
Von admin • 4. Oktober 2008 • Kategorie: Essen und TrinkenDas Schicksal der Nationen hängt von der Art ab, wie sie sich ernähren
Brillat Savarin
Es ist ein Vergügen, in alten französischen Kochbüchern zu lesen. In Frankreich erstreckt sich die Kunst des Kochens nicht nur auf die Küche und die Tafel, sie ist eine Philosophie, ein Politikum und fließt auch in die Dichtkunst. Philosophen wie Voltaire haben sich dem Thema gewidmet, Schriftsteller wie Alexandre Dumas haben eigene Lexika des Genusses herausgegeben, und kein Franzose wundert sich, wenn kulinarische Themen Schlagzeilen machen. Das Kochbuch „Art du bien Manger „ oder „Die Kunst gut zu essen“ von Edmond Richardin, datierend von 1904, enthält nicht nur Rezepte und Belehrungen zum Thema Küchenhandwerk, sondern ganze Kapitel, in denen Schriftsteller ihre Lieblingsgerichte und deren optimale Zubereitung beschreiben. Sie widmen die Texte dabei den Damen, die sie beeindruckt oder besonders gut bekocht haben, wie ein Liebesgedicht oder eine Ode. Und wie eine solche lesen sich diese Texte auch: ob sie den Aal als die „Undine der Flüsse“ beschreiben, mit seiner schlanken und biegsamen Körper, der auf dem Teller in ein Gewand wohlschmeckender Sauce gehüllt wird, oder die Aufzählung der Lieblingssuppen als „süße Litanei des Genusses“ bezeichnen. Übertrieben? Nein, diese Menschen nehmen das ernst, was uns am Leben erhält: unser Essen. Und es ist erfreulich, sich an Zeiten zurück zu erinnern, in denen die Zubereitung guten Essens nicht als Aufzählung von Verboten und Geboten von „Ernährungsexperten“ daherkam, sondern als das was sie ist: eine Kunstform. Auch das einfachste Gericht, mit Herz und Leidenschaft zubereitet, kann ein Geschmackserlebnis sein. Es ist schon seltsam. Wir leben in einer Zeit, in der wir mit einer Flut von Tipps, Gesetzen und wissenschaftlichen Erkenntnissen die richtige Ernährung betreffend erschlagen werden, in der die Ernährung aufgrund der steigenden Zahl fettleibiger Menschen zum Politikum wird, in denen Politker zur „Ernährungsumstellung“ aufrufen und schon Schulkinder die Vorzüge von Vollkornbrot schätzen lernen sollen und auf der anderen Seite Convenience Food, Fertiggerichte und Fast Food unaufhaltsam auf dem Vormarsch sind, die Menschen sich keine Zeit mehr für die Zubereitung ihres Essens nehmen, und sich mit „Lebensmitteln“ wie Chips und Schokoriegeln füttern. Essen mag zwar in erster Linie mit „Ernährung“ zu tun haben, der wichtigste Faktor daran ist aber nach wie vor der Geschmack. Essen ist, wie die Liebe, einer der großen Genüsse des Lebens – oder wäre es, wenn man es entsprechend ernst nehmen würde. Geht es wirklich um Kalorien, Ballaststoffe und Vitamine? Ja, natürlich auch. Aber Menschen wären nicht dick, wenn sie den Geschmack dessen, was sie essen nicht überaus schätzen würden. Eine Karotte ersetzt den sahnigen, süßen Geschmack von Schokolade nicht. Punktum. Auf das Maß kommt es eben an. Mit Kunst und Bemühen zubereitete Gerichte schlingt man nicht achtlos herunter (es sei den man ist ein hoffnungsloser Barbar) und man isst auch keine Tonnen davon. Aber sie verschaffen einem eine unnachahmliche Art von Genuss. Wer sich respektiert, achtet auf das was er isst, achtet und respektiert die Zutaten die er verwendet, und er nimmt sich die Zeit, etwas wichtiges für sich selbst zu tun: zu kochen.
- Modell Panzer




(5 out of 5) - Dekotipps für Ihr Schlafzimmer




(5 out of 5) - Wie genau definiert man Usenet?




(5 out of 5) - Die Wunderwaffe - Grüner Tee




(5 out of 5) - Radreisen




(5 out of 5) - Aragonien - Spanien




(5 out of 5) - Kreditkarten ohne Schufa müssen nicht teuer sein




(5 out of 5) - Pine Beach Club 4**** in der Türkei




(5 out of 5) - Onlineshopping bei Karstadt.de




(4.5 out of 5) - Golfplätze in Deutschland




(2 out of 5)

