Grenzen der Lapachotherapie

  

Auch wenn ein derart vielseitig einsetzbares und hochwirksa­mes Naturheilmittel wie Lapacho Anlass zur Euphorie geben mag, ist immer zu bedenken, dass jede ernste Erkrankung in die Hände eines erfahrenen Arztes gehört. Gerade bei schweren Erkrankungen ist von einer Selbstbehandlung dringend abzu­raten. Dies gilt natürlich ganz besonders für Krebserkrankungen. Zwar bewirkten sowohl wässrige als auch alkoholische Auszüge der Lapachorinde eine deutliche Hemmung der Tumorpromo­tion, also des Wachstums eines Tumors oder einer entarteten Zelle, doch stützen sich diese Ergebnisse derzeit lediglich auf Tier- und Zellkulturversuche und sind nicht unbedingt auf den Menschen übertragbar.

Alle Chancen nutzen

Es spricht vieles dafür, dass Lapacho bei Krebs- und Immun­schwächeerkrankungen die Heilung fördern kann, dennoch soll­ten immer auch alle Möglichkeiten der schulmedizinischen Behandlung genützt und die Einnahme des Tees mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden. So verständlich der Wunsch nach einer Behandlung mit sanften, pflanzlichen Mit­teln sein mag – er sollte nicht dazu führen, den richtigen Zeit­punkt für eine Therapie mit synthetischen Medikamenten oder für einen chirurgischen Eingriff zu versäumen. Glücklicher­weise ist die Kluft zwischen Schul- und Alternativmedizin jedoch heute nicht mehr so groß wie noch vor wenigen Jahren. Viele Ärzte schätzen den ganzheitlichen Ansatz der Naturheilkunde: Alternative Therapiemethoden wie etwa die Bach-Blütenthe­rapie, die Homöopathie oder die Aromatherapie berücksichti­gen immer die physischen und psychischen Bedürfnisse des Menschen. In diesem Sinn kann auch Lapachotee lindernd und heilend gegen viele Beschwerden eingesetzt werden.

Kräuterkundige Indios

■ Natürlich wussten die Indiostämme auch um die Heilwirkungen anderer Kräu­ter und Pflanzen.

■ Auf zahlreichen Regenwald­expeditionen haben US-ame­rikanische und europäische Wissenschaftler diese Heil­kräuter auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.

■ Bekannte Beispiele dafür sind die Heilpflanzen »Erva de Sao Joao« (Artemisia vul­garis) oder »Uva do Urso« (Arctostaphylos uva ursi).

■ Erstaunlicherweise konnten Laboruntersuchungen immer wieder genau jene Heilwir­kungen bestätigen, die die Indianer ihnen zusprechen.


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