Indianische Kunst der Nordwestküste
Von admin • 4. Oktober 2008 • Kategorie: Kunst und KulturIn Westeuropa denkt man beim Stichwort „indianische Kunst“ am ehesten an die Kunst der Pueblo Indianer oder an verkitschte Poster mit heulenden Wölfen. Nicht aber daran, dass es unter den vielen Völkern des Nordamerikanischen Kontinents eine Vielzahl von Stilen, Richtungen und Medien gibt, und dass diese Arbeiten nicht etwa vergessen sind und in Völkerkundemuseen verstauben, sondern lebendig und eine der vielen Ausdrucksformen zeitgenössischer Kunst. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Kunst der First Nations Völker aus dem Westen Kanadas. Während der Stil der „Northwest Coast“ zuerst als sehr einheitlich wahrgenommen wurde, haben sich die Künstler in den letzten Jahrzehnten wieder stärker auf die Tradition ihrer eigenen Völkern bezogen. In dem genannten Gebiet unterscheidet man sechs Völker, die deutliche Unterschiede im Stil zeigen: die Salish, die Nootka, die Kwagiutl, die Tsimshian, die Haida und die Tlingit. All diese Völker hatten einen gemeinsamen Kulturellen, Ökonomischen und Ökologischen Hintergrund. Gemeinsam ist ihnen auch die Zweidimensionalität, die das Kennzeichen der Northwest Kunst ist und die Reduktion auf bestimmte Grundformen aus denen alle Bilder und Schnitzereien geformt werden. Diese Grundformen sind eine frühe Art der Abstraktion, eine einheitliche Grammatik der Werke. Auch die Farbgestaltung weist Gemeinsamkeiten auf: die am Meisten verwendeten Farben waren Rot und Schwarz, Regional kamen Blaugrün und Gelb dazu. Traditionell wurden Häuser, Möbelstücke und zeremonielle Gegenstände mit Malereien und Schnitzereien dekoriert. Bemerkenswert sind auch die Pfähle, die sich vor vielen Bauten fanden. Diese waren keine religiösen Symbole, sondern historische Dokumente, die Begebenheiten wie beispielsweise Hochzeiten sowie die soziale Stellung des Eigentümers darstellten.
Die aktuelle Kunst, die sich aus diesen historischen Werken entwickelt hat, ist stark in Bewegung. Moderne Künstler finden ihren eigenen Ausdruck und berufen sich dabei auf die Tradition ihres Volkes. „Die einzige Art, Tradition zu erhalten ist es, ständig Neues zu erfinden.“ sagt der Haida Künstler Robert Davidson.
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