Les Trés Riches Heures der Brüder Limbourg

Geschrieben Oktober 4 2008 von Team

Die Stundenbücher de Brüder Limbourg, Goldschmiede und Illustratoren des 15. Jahrunderts, wurden mit Miniaturen im Schönen Stil der gotischen Malerei bebildert. Bei Stundenbüchern handelt es sich um Werke, die Texte für das private Stundengebet der Laien enthalten. Sie geben Texte aus dem Evangelium und dem Leben Christi wieder, reich illustriert mit Bildern der Monats- und Jahreszeiten, die auch hinweise auf die Sternzeichen enthalten können. Es sind bezaubernde Miniaturen, kleine Kostbarkeiten in reichen Edelsteinfarben, die eine idealisierte Welt darstellen. Es kommen auch Darstellungen des bäuerlichen Lebens vor, die Bestellung von Feldern und die Ernte, oder fürstliche Vergnügungen im Wechsel der Jahreszeiten, wie beispielsweise die Jagd mit Falken. Das Buch enthält eine der frühesten Darstellungen einer Schneelandschaft in der europäischen Kunst, ebenso wie eine bemerkenswert genaue, detaillreiche Perspektive. Im Hintergrund finden sich die Schlösser des Stifters und Förderers, dem begeisterten Sammler Herzog von Berry, die auf diese Weise die Zeit überdauert haben. Leider wurde das Werk nicht ganz beendet.

Die Werke der Brüder Limbourg waren richtungweisend für die europäische Buchmalerei, und beeinflussten auch die niederländische Tafelmalerei. Die Verwendung realistischer Motive und der Einsatz der Perspektive weisen auf das Ende der Gotik und den Übergang zur Renaissance hin. Besichtigen kann man dieses wunderschöne Werk im Musée Condé in Chantilly, in der Nähe von Paris. Die Seiten werden in regelmäßigen Abständen umgeblättert, so dass der Betrachter nach und nach das ganze Buch zu sehen bekommt.


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