Preiskrieg light
Trotz vieler Änderungen auf dem Energiemarkt in den vergangenen Jahren hat sich nicht viel geändert. Wenige große Firmen beherrschen die Energielieferung in Deutschland, die Marktwirtschaft scheint gerade in diesem Bereich außer Kraft gesetzt zu sein. Während andernorts die Nachfrage den Preis bestimmt, scheint dies hier gerade nicht der Fall zu sein.
Beispielhaft sei jetzt mal das Produkt Strom genannt. Die vier großen Stromlieferanten EON, EnBW, RWE und Vattenfall haben ähnlich der Alliierten Streitkräfte Deutschland in vier Teile aufgebrochen und scheinen die Lieferung frei von Konkurrent nach gut Dünken gestalten zu können. Wer heute in Stuttgart den Stromanbieter auswählen möchte, wird zwar auch auf ander Anbieter treffen. Jedoch verfügt hier die EnBW bei vielen kleinen Anbietern über Anteile, so dass eine freie Preisgestaltung gar nicht möglich ist. Ebenso verhält es sich bei den Stromanbietern Leipzigs, in München oder Wuppertal. Nach der Privatisierung der früheren Stadtwerke sind zwar eigenständige Energielieferanten entstanden, mit der Zeit wurden die Anteile jedoch durch die vier Energiegiganten aufgekauft, so dass sie auch hier den Preis beeinflussen können.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Stromnetze meist in Hand der Energiekonzerne sind. Auch wenn diese auf politischen Druck nach und nach verkauft werden, wird dies wohl keine wirkliche Besserung mit sich bringen. Nachdem es von staatlicher Seite versäumt wurde, eine einheitliche Netzgesellschaft zu gründen, werden die Leitungen an verschiedene Investoren verkauft, die ihrerseits natürlich eine entsprechende Rendite ihrer Investition erwarten. Die dadurch fällig werdenden Netzgebühren werden gerade kleine und unabhängige Lieferanten weiterhin daran hindern, den Preis positiv für den Endkunden zu beeinflussen.
Der vor Jahren erwartete Preiskrieg (ähnlich dem Telefonmarkt) ist leider ausgeblieben und hat sich zu einer Light-Version entwickelt, die ihren Namen kaum verdient hat.
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