Radreisen
Das Fahrrad entwickelt sich im Zuge der steigenden Spritpreise nicht nur zu einem immer bedeutenderen Verkehrsmittel. Auch für die Urlaubsgestaltung wird das Fahrrad immer beliebter. Viele Menschen nutzen das Fahrrad nicht mehr nur für kleine Spritztouren zu Hause am Wochenende oder in den Ferien am Urlaubsort. Auch das Reisen mit dem Rad ist eine immer beliebter werdende Art, den Urlaub zu verbringen.
Radreisen ist eine etwas andere Art des Urlaubs. Vom Sattel aus nimmt man die Umgebung viel intensiver wahr als etwa durch die Windschutzscheibe eines Wagens. Die eher gemächliche Reisegeschwindigkeit lässt den Radreisenden viele Besonderheiten am Wegesrand entdecken und Land und Leute besser kennen lernen. Erregt etwas die Aufmerksamkeit des Reisenden – etwa eine besonders reizvolle Aussicht oder auch ein gemütlicher Rastplatz am Wegesrand – ist ein kleiner Zwischenstopp kein Problem, eine oft lästige und langwierige Parkplatzsuche erübrigt sich. Wer mit dem Rad unterwegs ist, bewegt sich mitten in der Natur und kann sein Reisetempo selbst bestimmen. Auf einer Radreise ist der Weg das Ziel. Die Reise führt nicht zum Urlaubsort, die Reise ist der Urlaub – ein Urlaub, der jeden Tag mit neuen Eindrücken und Erlebnissen aufwartet und trotzdem Entspannung und Erholung vom Alltag bietet.
Eine Radreise kann im Grunde jeder unternehmen, der auch Rad fahren kann. Viele ältere Menschen, aber auch junge Familien sind immer häufiger im Urlaub mit dem Rad unterwegs. Die Tagesstrecken können sich problemlos am Reiseteilnehmer mit der geringsten Kondition orientieren, sodass auch Kinder gut mit auf die Reise gehen können. Und die Kleineren fahren im Anhänger mit.
Radreisen können völlig unterschiedlich gestaltet werden. So bietet eine Reihe von Reiseveranstaltern organisierte Touren an. Hier sind die einzelnen Etappenziele festgelegt; die Unterbringung in Hotels oder Pensionen wird im Voraus gebucht und meist bieten die Veranstalter einen Gepäcktransport an, sodass nur das Nötige für unterwegs mit dem Fahrrad transportiert werden muss.
Wer sich lieber etwas treiben lassen und kurzfristig entscheiden will, wohin die Reise geht, kann mit dem Rad prima auf eigene Faust reisen. Wer nicht gerade in der Hochsaison in den beliebtesten und völlig überlaufenen Urlaubsregionen unterwegs ist, wird keine Probleme haben, auch kurzfristig eine gute Unterkunft für die Nacht zu finden. Und wer mit Zelt und Campingausrüstung auf die Reise geht, findet eigentlich ohnehin immer einen Platz für seine mitgeführte Unterkunft. Natürlich erhöht eine individuelle Radreise die Menge an Gepäck, das mitgeführt werden muss, erheblich. Schließlich muss alles, was man während der Reise braucht und nicht unterwegs nachkauft, mit dem Rad transportiert werden. Die höhere Menge an Gepäck trübt die Freude am Reisen allerdings überhaupt nicht, sie sorgt höchstens dafür, dass man ein bisschen langsamer unterwegs ist und so noch mehr von seiner Umwelt sieht.
Während man auf einer organisierten Tour meist mit einem durchschnittlich guten Fahrrad auskommt und die Räder auch oft gestellt werden stellt eine individuell geplante Tour mit vollem Gepäck natürlich andere Ansprüche an das Rad. Hier sollte verstärkt Wert auf die Stabilität gelegt werden. Zudem müssen die Gepäckträger eine Menge Gewicht aushalten können. Natürlich muss ein Reiserad komplett verkehrstauglich sein. Wichtig ist auch, dass das Rad gut auf den Fahrer abgestimmt ist, wenn man nicht schon nach wenigen Kilometern ermüden oder unruhig auf dem immer unbequemer werdenden Sattel herumrutschen will.
Beim Gepäck sollte man versuchen, sich auf Wichtiges zu beschränken, um das Gewicht nicht unnötig zu erhöhen. Schließlich muss alles aus eigener Kraft transportiert werden. Wer über kein fahrradtaugliches Navigationsgerät verfügt, sollte jedoch nicht an gutem Kartenmaterial sparen. Auch Werkzeug und Ersatzteile für kleinere Reparaturen gehören unbedingt ins Gepäck, will man nicht für jede Kleinigkeit einen Fahrradladen aufsuchen.
Den Startpunkt einer Radreise kann man natürlich frei bestimmen. Es sollte nur überlegt werden, wie er am günstigsten zu erreichen ist. Wer sein Fahrrad nicht mit dem Auto transportieren kann oder will, kann mit der Bahn anreisen. In Deutschland muss allerdings beachtet werden, dass die Bahn in ICE-Zügen keinen Fahrradtransport anbietet.
Wer per Flugzeug anreisen will, sollte sich die Beförderungsbestimmungen der entsprechenden Fluglinie vorher anschauen. Eine Fahrradmitnahme ist meist gegen einen Aufpreis, manchmal sogar kostenlos möglich. So kann man die Welt im Prinzip fast überall per Rad bereisen, wobei fremde Gegenden natürlich eine sorgfältigere Planung erfordern.
Sehr schön ist aber auch eine Radreise, die einfach direkt vor der eigenen Haustür beginnt. Nicht nur der oft lästige Fahrradtransport entfällt hier. Man erfährt meist auch die angestammte Umgebung aus einem ganz anderen Blickwinkel und kann viele Facetten seiner Heimat kennen lernen, die man vorher vielleicht so nicht erwartet hätte. Startet man eine Radreise vom eigenen Wohnort aus, hat man einen fließenden Übergang in unbekanntere Gegenden, was das Zurechtfinden auf der Tour erleichtern kann. Zudem sind Deutschland und seine Nachbarländer nicht nur beliebte, sondern auch sehr schöne Radreiseregionen, die Radlern neben abwechslungsreicher Landschaft auch eine recht gute Infrastruktur bieten.
Wo man aber auch Reisen möchte, eine Radreise ist immer ein Urlaub, von dem man mit unzähligen Eindrücken und Erlebnissen zurückkehrt, von denen die überwältigende Mehrzahl positiv in Erinnerung verbleiben wird.
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