Reinigungskrisen bei der Ölzieh-Kur

  

Reinigungskrisen -Was tun, wenn es zu heftigen Reaktionen des Körpers kommt?

Wenn Sie mit dem Ölziehen beginnen, kann es durchaus sein, dass Ihr Körper sehr heftig auf den damit eingeleiteten Entgiftungsprozess reagiert. Oftmals stellt sich bei dieser Gelegenheit auch heraus, dass der Betroffene beispielswei­se an mehreren Entzündungsherden gleichzeitig leidet, die nun nacheinander empordrängen, um endlich ausgeheilt zu werden. Die Symptome ähneln krankhaften Veränderungen wie zum Beispiel Hautausschlag, Fieber oder Schleimabson­derungen, doch verbirgt sich dahinter eine durch das Ölzie­hen geförderte Reinigungskrise. Sie markiert die Rückkehr zu Gesundheit, Wohlbefinden und Gleichgewicht. Der Kör­per nimmt die sich ihm bietende Gelegenheit, Stoffwech­selschlacken loszuwerden, in vehementer Weise an und ver­sucht, sich tiefgreifend zu reinigen.

Aus diesem Grund wird allgemein empfohlen, das Öl­ziehen auch dann fortzusetzen, wenn es scheinbar zunächst zu einer Verschlimmerung kommt. Am besten wäre es, mit der Ölzieh-Kur fortzufahren und den Körper zusätzlich bei seiner Reinigungsarbeit zu unterstützen – etwa durch genü­gend Schlaf, leichte Kost, viel Bewegung und frische Luft so­wie ausreichend Zeit für Entspannung, Meditation und die schönen Dinge des Lebens. Würde man den durch die Öl­zieh-Kur soeben geöffneten »Reinigungskanal« verstopfen – womöglich mit Medikamenten, die die störenden Symp­tome unterdrücken -, könnte es sein, dass sich der Körper eine andere Form sucht, um sich von Ballast zu befreien, und dabei an anderer Stelle noch unangenehmere Sympto­me entwickelt.

Eine heftige körperliche Reaktion auf das Ölziehen ist also prinzipiell ein gutes Zeichen. Sie deutet darauf hin, dass die Selbstheilungskräfte mobilisiert sind und der Körper einen vitalen Schritt in Richtung Gesundung tut. Ähnliche Reaktio­nen werden auch als Erstverschlimmerung in der homöopa­thischen Behandlung erlebt oder treten beim Heilfasten auf. Hier sind sie ebenfalls Bestandteil des Gesundungsprozesses.

Dennoch ist Vorsicht geboten, um sich nicht zu überfor­dern. Wenn Sie bislang dreimal täglich das Ölziehen prakti­ziert haben, könnte es beispielsweise nun ratsam sein, sich auf das Spülen nach dem Aufstehen am Morgen zu beschränken.

In sehr seltenen Fällen könnte es sein, dass durch das Ölziehen Zahnfüllungen, Inlays und Kronen locker werden oder herausfallen. Wahrscheinlich tritt dieser ärgerliche Ne­beneffekt besonders dann auf, wenn die Füllungen bereits nicht mehr fest im Zahn saßen. Auch andere Faktoren wie Entzündungen und Materialunverträglichkeit können dabei eine Rolle spielen.

Wenn Sie Zweifel haben und unsicher sind, ob Sie mit dem Ölziehen fortfahren sollen, oder wenn Sie unter sehr unangenehmen Begleiterscheinungen leiden, sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen. Gut wäre es, wenn Sie sich von einem naturheilkundlich orientierten Mediziner, Heilpraktiker oder aufgeschlossenen Hausarzt unterstützen ließen, der die Ölzieh-Kur nicht sofort als Quacksalberei beiseite wischt.

Doch ob Schulmedizin oder »sanfte« Naturheilkunde – letztlich sollten Sie den Arzt oder Heilpraktiker konsul­tieren, zu dem Sie Vertrauen haben, der Ihnen zuhört, und von dem Sie sich in jeder Hinsicht gut behandelt fühlen. Viele Schulmediziner haben inzwischen ein offenes Ohr für die Methoden der Ganzheitsmedizin und sind bereit, auch von ihren Patienten dazuzulernen.


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