Schlaghosen und ihre Geschichte
Im Englischen heißen Schlaghosen „Bell Bottoms“, denn der Schlag hat in der Silhouette die Form einer Glocke. Demnach kann man sagen, dass sich Schlaghosen durch das Breiterwerden des Hosenbeins auszeichnen. Ihren deutschen Namen hat die Schlaghose vermutlich, weil beim Laufen die Hosenbeine aneinanderschlagen.
Die Geschichte der Schlaghose begann im frühen 19. Jahrhundert, als einige Schiffsleute der U.S. Navy begonnen Schlaghosen zu tragen. Obwohl die Royal Navy in Sachen nautischer Mode bis dahin die Nase vorn hatte, dauerte es noch eine ganze Weile, bis der Trend wortwörtlich dorthinschwappte. Man sagt, dass die Schlaghose gegen Mitte des 19. Jahrhundert international Fuß fasste. Die damaligen Hosen waren im gasamten Beinverlauf sehr weit, daher war die Glockenform nicht eindeutig ausgeprägt wie heute. Über diese Hosen wie es sie damals gab, schrieb Guy Lombardo das Lied „Bell Bottom Trousers“ in dem sie von einer Frau singt, die sich darauf freut die Schlaghose ihres Mannes von weitem zu sehen, denn dann kehrt er von hoher See zurück.
Ein wenig später, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, setzten sich die Schlaghosen dann auch unter den Zimmerleuten durch. Man vermutet, dass sich die Hamburger Schiffszimmerleute den Kleidungsstil der Matrosen abgeschaut haben und die Schlaghosen dann in der Zimmermannszunft verbreiteten. Zudem haben die Hosen aber auch einen praktischen Nutzen, denn sie verhindern, dass Sägespäne und Dreck in das Schuhwerk gelangen.
Schlaghosen, wie wir sie heute tragen, wurden zuerst von europäischen Frauen gegen Mitte der 60er Jahre für sich entdeckt. Gegen ende der 60er wurde die Schlaghose dann von beiden Geschlechtern getragen und und wurde auch in Nordamerika zum Trend. Sie wurde somit ein Wahrzeichen der Hippiebewegung und vor allem Sonny und Cher trugen zu ihrer Verbreitung bei, indem sie die Bell Bottoms in ihrer berühmten Fernsehshow trugen. Man trug sie häufig zusammen mit Batik-Shirts, love beads (Armbänder/Ketten aus bunten Holzperlen) und Omabrillen.
Als in den 80ern der Acid House (elektronischer Musikstil) aufkam, feierte die Schlaghose ein erneutes Comeback, erst in Europa und dann auch in Nordamerika. Sie hatten sich ein wenig verändert und spitzen sich zum Knie zu, um sich dann am Knöchel wieder aufzulockern. Man nannte sie deshalb „boot-cut“ (Stiefel-Schnitt). Als der untere Saum dann mit der Zeit immer weiter wurde, schlich sich noch ein weiterer Begriff in die Modewelt der Schlaghosenliebhaber: „flare-leg“. Was die Schlaghosen des 19en Jahrhunderts von den späteren Schlaghosen unterscheidet, ist also, dass sie am Knie viel weiter sind.
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