Tibet Medizin – uralte Heilkunde vom Dach der Welt
Immer mehr Menschen aus dem Westen entdecken die tibetische Medizin. Diese Form der Heilkunst wird seit mehr als 2500 Jahre praktiziert, sie betrachtet den Menschen ganzheitlich, und trennt nicht zwischen körperlichen und seelischen Krankheiten, sondern sieht die Gesundheit als eine Frage der richtigen Ausgewogenheit zwischen den inneren und äußeren Einflüssen, die das tägliche Leben bestimmen. Theorie und Praxis der tibetischen Heilkunde basieren auf den Lehren des tibetischen Buddhismus, die Tibet Medizin enthält aber Elemente der chinesischen, der alten ägyptischen und der griechischen Heilkunst. Sie ist eine Kombination von Spiritualität, Philosophie und Naturmedizin. Die Pulsdiagnose ist eines der Herzstücke der Anamnese eines tibetischen Arztes. Jahrelange Erfahrung braucht er, um die zwölf unterschiedlichen Pulsarten zu fühlen, die sich nach Geschlecht, Tages- und Jahreszeit unterscheiden. Am Puls des Patienten kann der Arzt oder die Ärztin Krankheiten und die individuelle Konstitution erkennen. Um in den Genuss des Heilwissens der tibetischen Medizin zu gelangen, muss man nicht zum Buddhismus übertreten. Zentren für tibetische Medizin nehmen auch gerne westliche Patienten jeder Konfession auf. Das Studium der vier Tantras – religiöser Schriften der buddhistischen und hinduistischen Überlieferung – ist Bestandteil der Grundausbildung der tibetischen Medizinstudenten, die vier Jahre andauert. Nach den Tantras spielen die fünf Elemente Wind, Feuer, Erde, Wasser und Raum (Äther) – die Grundbausteine aller Erscheinungsformen und drei Arten von Energien allen Lebens im Gleichgewicht miteinander die Grundlage der Gesundheit: “Rlung” oder Lung (Wind) sorgt für Dynamik, Bewegung, Lebensenergie. “Mkhrispa” oder Tripa (Galle) symbolisiert Feuer, Stoffwechsel. “Badkan” oder Bäken (Schleim) steht für alles Flüssige. Nach der Grundausbildung praktizieren die frisch gebackenen Ärzte zwei Jahre unter der Anleitung von erfahrenen Kollegen, ehe sie selbst Patienten annehmen dürfen. Für die Herstellung von Arzneien verwendet die Tibet Medizin zu 98% Heilkräutern, andere Bestandteile sind Edelmetalle, Harze, bestimmte Gesteine und Säfte. Viele Medikamente werden als Tee verabreicht, andere sind große Kräuterkugeln. Berühmt sind die legendären Juwelenpillen die aus hundert einzelnen Ingredienzen wie pulverisierten Edelsteinen und in monatelangen Prozeduren gereinigtem Quecksilber, Eisen und Blei, sowie wertvollen Kräutern bestehen sollen. Wahre Wunder sollen diese einzeln in Seidenpapier verpackten Pillen bewirken. Für manche Schwerstkranke sind sie die letzte Hoffnung, außerdem sollen sie lebensverlängernd und verjüngend wirken. Unter der Vorraussetzung, dass sie nie an das Tageslicht kommen- auch bei der Einnahme nicht. Zu einer erfolgreichen Behandlung gehört aber auch eine Ernährungsumstellung und eine Verhaltensänderung des Patienten. Hier wird ganzheitlich behandelt – und das schließt alle Lebensbereiche mit ein.
Verwandte Beiträge:
- Klassische Medizin, Vitalstoffe, Naturheilkunde: Das Power-Paket für Ihre Gesundheit
- Hochwertige Systeme für Industrie und Medizin
- Schamanismus – Ursprung von Religion und Medizin
- Feng Shui
- Die Strommaschine auf dem Dach