Überwachungskameras – Fluch oder Segen?
Mit den Überwachungskameras hat es immer wieder Ärger gegeben, und das nicht zu wenig. Viele Menschen fühlen sich ausspioniert und in ihrer persönlichen, vom Grundgesetz garantierten Freiheit beeinträchtigt. Sie haben nicht bemerkt, dass es mit dieser Freiheit schon längst vorbei ist. Wie sollten sie auch. Allerdings ist die zunehmende Zahl – nicht nur an Diebstählen in Geschäften – sondern auch und vor allem von Gewaltverbrechen in einem hohen Maße beängstigend. Selbst die Kirchen klagen immer öfter darüber, dass ihre Opferstöcke ausgeplündert werden. Da höre sich doch alles auf. In einigen Domen, die von vielen Besuchern besucht werden, sind Überwachungskameras angebracht. Immer mehr mündige Bürger und solche, die sich dafür halten, fordern daher Maßnahmen von der Regierung. Sie sind der irrigen Meinung, dass man diese dafür schließlich gewählt hatte. Ein Irrtum, der sich immer wieder von Neuem kurz nach der Wahl offenbart. Die jeweilige Opposition nimmt sich natürlich sofort und gerne dieses Themas an und fordert die Aufstellung von Überwachungskameras in allen öffentlichen Gebäuden. Wenn man schon mal dabei wäre, sollte man auch die Garderoben des Bundestages mit Überwachungskameras ausstatten, weil hier immer wieder Diebstähle zu verzeichnen seien. Das dürfe natürlich nicht nach außen dringen, denn wenn sich die Boulevardpresse auf diese Thema stürzen würde…die Folgen wären gar nicht auszudenken. Allerding sind Politiker auch nur Menschen, zumindest die der eigenen Partei. Man müsse natürlich die Überwachungskameras sehr dezent und versteckt anbringen, und die damit beauftragte Firma zu strengen Stillschweigen verpflichten. Bei Androhung einer empfindlichen Konventionalstrafe. Nicht alle Firmen, die Überwachungskameras anbringen sind seriös. Da diese Thematik mittlerweile einen großen Teil der Bevölkerung, also die Wähler, beschäftige, nahm sich auch die Regierung dieses Themas sofort an und beschloss, zunächst einmal eine Enquetekommission zu bilden, die ausschließlich Angebote von Überwachungskameras einholen und beurteilen sollte. Um Ärger mit den Datenschützern aus dem Weg zu gehen, war in einem geheimen Dossier festgelegt, dieses Thema bis in die nächste Legislaturperiode auszusitzen. Vielleicht ist ja dann die Opposition am Ruder.
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