Vergesslichkeit in der heutigen Zeit
Betrachtet man die Zeiten von vor 50 Jahren und mit der heutigen Zeit, ist es kaum verwunderlich, dass man heute einiges vergisst, was evtl. sogar wichtig gewesen wäre. Zwar kann man mit Notizen dafür Sorge tragen, dass wichtige Informationen nicht in Vergessenheit geraten, doch die immer stärker werdende Informationsflut in der modernen Gesellschaft macht es nahezu unmöglich, alles Gehörte und Gelesene auch im Gedächtnis zu behalten. Vergesslichkeit liegt aber nicht nur am Stress der modernen Welt, Vergesslichkeit kann auch andere Ursachen haben. Personen wie Hermann Ebbinghaus oder Marigold Linton führten ihrerzeit Selbstversuche durch, in dem sie prüfen wollten wie schnell man etwas vergisst. Dabei wurde festgestellt, dass es sehr viele Faktoren gibt, die daran beteiligt sind wie lange etwas im Gedächtnis bleibt. Es wurden mehrere Theorien dazu entwickelt.
Die Spurenverfallstheorie
Die Spurenverfallstheorie stellt eine der bekanntesten Theorien in der Vergesslichkeit dar. Die Theorie beruht auf der Annahme, dass wenig bis nicht genutzte Inhalte im Gedächtnis mit der Zeit verblassen und letztlich verschwinden werden, ähnlich wie Spuren im Sand. Man geht davon aus, dass die Zeit alleine, nicht der Faktor für Vergesslichkeit sein kann. So ist anzunehmen dass Einflüsse oder externe Kräfte Einwirkung auf das Gedächtnis haben.
Die Interferenztheorie
Diese Theorie ist die in Schulen am häufigsten verbreitete Erklärung für Gedächtnisverlust beim Vokabeln lernen. Wenn beispielsweise Schüler im Vorfeld einer Schulaufgabe viele Listen mit Vokabeln lernen, kann unter Umständen die Gedächtnisleistung abnehmen. Laut Mietzel treten solche Leistungseinschnitte vorwiegend dann auf, wenn sich Lerninhalte sehr ähneln.
Es-liegt-mir-auf-der-Zunge
Betrachtet man die Aussagen einiger Gedächtnisforscher, weiß man das ein Vergessen nichts anderes als ein Misslingen ist, „Daten“ aus dem Langzeitgedächtnis abzurufen und zu verwerten. Dies geschieht unter der Annahme, dass eine Erinnerung aus dem Langzeitgedächtnis nicht verloren geht. Allerdings kann es vorkommen, dass bei einem Abruf ein geeigneter Reiz fehlt, um an die gewünschte Information zu gelangen. Erklärt wird das Ganze dadurch, dass das „Erlernen“ einer Information an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, die beim Abrufen fehlen. Sollten diese Bedingungen beim Abrufen gegeben sein, ist es meist problemlos möglich die Information aus dem Gedächtnis hervorzuholen.
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