Videokunst – drei zeitgenössische Künstler
Die Videokunst entwickelte sich in den 1960er Jahren, erst als Dokumentation von Land-Art, Body-Art oder Performance, dann als eigenständige Kunstform. Als Erfinder gilt der Künstler Nam June Paik, der mit seinen TV Installationen berühmt wurde. Drei zeitgenössische Videokünstler werden im Folgenden kurz vorgestellt.
Matthew Barney ist ein erfolgreicher Performance-Künstler, Bildhauer und Regisseur. Er beschäftigt sich seit 1994 vor allem mit seinem monumentalen Filmwerk, dem Cremaster-Zyklus, der aus einem Film, einer Gruppe von Objekten, sowie einem Buch mit Stand Fotos besteht. Viele Darsteller, aufwendige, bis ins letzte Detail ausgeklügelte Dekore, Phantasiegestalten und nicht zuletzt der Auftritt des Künstlers schaffen Parallelwelten, in denen es um Geschlechteridentitäten, Initiation und den Prozess der sexuellen Differenzierung geht. „Ich denke nicht, dass meine Arbeit so seltsam ist“ sagt er „es geht nur darum, die Disziplin zu besitzen, eine Idee bis zum Schluss durchzuspielen, sie so weit es geht auszudehnen“.
John Bock ist in erster Linie ein Performance-Künstler, er bezeichnet seine Arbeiten, in denen er viel Videomaterial mit einbezieht, schlicht als Aktionen. Diese sind zugleich komisch-absurd und hintergründig. Er arbeitet mit sehr einfachen, teilweise gefundenen Materialien, kreiert damit Bühnenbilder und Kostüme. Er lässt sich in seinen Videos mit Unmengen Rasierschaum einseifen, führt paradoxe wissenschaftliche Experimente durch und lässt sich von seinem Essen angreifen. Seine Arbeiten beschäftigen sich auf sehr fröhliche Weise mit den Themen Identität und menschliche Triebe. „NachschlageWERK schweige stille“. Genau!
Annika Larsson kommt ursprünglich aus Schweden und lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Videos sind Meditationen über menschliche Beziehungen. Ihre Darsteller sind in der Regel makellos gekleidete Männer mit ausdruckslosen Gesichtern, die sich in einer Reihe ambivalenter, gespannter oder dramatischer Situationen wieder finden.
Die Künstlerin zeigt bestürzende Szenarien, die sich mit Einsamkeit und Isolation beschäftigen.
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