Was gegen den Wechsel in die Krankenvollversicherung spricht
Nahezu 8 Millionen gesetzlich Versicherter hätten die Möglichkeit aus der gesetzlichen Krankenversicherung in eine private Krankenvollversicherung zu wechseln.
Dass das gesetzliche Gesundheitssystem kurz vor einem Kollaps steht ist an den zahlreichen Gesundheitsreformen erkennbar, trotzdem fürchten viele den Wechsel in eine Krankenvollversicherung.
Oft ist es die Annahme, die Krankenvollversicherung sei zu teuer. Insbesondere bei jüngeren Personen ist die Krankenvollversicherung sogar günstiger. Selbst, wenn die Krankenvollversicherung nicht wesentlich günstiger ist als die gesetzliche Krankenversicherung, so liegt dies daran, dass zum einen das Leistungsniveau wesentlich höher ist und die einmal festgeschriebenen Leistungen einer Krankenvollversicherung ein Leben lang geleistet werden. Die gesetzliche Krankenkasse streicht Leistungen, um sich überhaupt refinanzieren zu können.
Zudem bildet die Krankenvollversicherung Alterungsrückstellungen. Das bedeutet, dass frühzeitog Geld angespart wird, um die Gesundheitskosten im Alter vorzufinanzieren. Die gesetzliche Kasse lebt auf Kosten der nachfolgenden Generationen, zumindest solange dies geht.
Zudem erzieht die Krankenvollversicherung zu kostenbewusstem Verhalten, selbst wenn hier Selbstbehalte vorhanden sind, so ist gerade dies ein Punkt der zur langrfristigen Beitragsstabilität beiträgt. Denn in einem System, in dem alles kostenlos ist, wird dieser Sachverhalt zum Nachteil der Ehrlichen Menschen ausgenutzt, denn diese haben die Kosten zu tragen.
Genau dies passiert in der gesetzlichen Krankenversicherung, wobei hier mit der Praxisgebühr und ähnlichem versucht wird dagegen anzugehen.
Einige fürchten, dass Sie bei einem Wechsel in die Krankenvollversicherung im Alter die Beiträge nicht bezahlen können. Diesen Personen sei gesagt, dass eine gute Krankenvollversicherung vorsorgt und Kapital für das Alter bildet.
Im Gegensatz dazu bemisst die gesetzliche Krankenkasse ihre Beiträge zwar nach dem Einkommen, doch erhöhen sich dort die Beitragssätze einfach oder es werden besonder im Alter wichtige Leistungen aus dem Leistungskatalog gestrichen.
Auch in dem Fall, dass eine Krankenvollversicherung im Alter wirklich zu teuer sein sollte, bleibt der Wechsel in den Basistarif, der den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse entspricht und an die Höchstbeiträge der GKV gekoppelt ist.
Im Normalfall lassen sich auch die Selbstbehalte erhöhen, um die Beiträge zur Krankenvollversicherung zu senken, der Wechsel in einen leistungsschwächeren Tarif des gleichen Anbieters ist ebenfall möglich.
Es gibt also kaum Argumente gegen einen Wechsel in die Krankenvollversicherung. Der einzige wäre eine Vorerkranung, allenfalls noch eine sehr kinderreiche Familie, wobei auch die Kinder irgendwann das Haus verlassen und sich selbst versichern.
Auch Studenten können sich privat versichern, in einer privaten Studentenversicherung.
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