Wie wähle ich einen Serverschrank richtig aus?

  

  • Schrankgröße ausreichend wählen. Ist genug Platz vorhanden, immer einen größeren Schrank wählen. Die Standardgröße Im Netzwerkschrank-Bereich ist 800mmx42HEx800mm (BxHxT). Bei den Serverschränken 600mmx42HEx1000mm (da i.d.R. weniger “seitlich” verkabelt wird).
  • Für “gute Temperatur” im Schrank sorgen (optimalerweise 25° bis 30°C) – Ist doch ein Einsatz von Lüftern/Wärmetauschern/Klimageräten notwendig? Passende Lösung wählen. Selbst eine “teure” Kühlgerätetechnik am Schrank ist i.d.R. günstiger als der Ausfall von Geräten (Folge: Hardwaredefekte, Arbeitsausfall, Neuinstallation etc.) oder günstiger als die Kühlung vom gesamten Raum. Schrank sollte zumindest abschließbar sein (mit einem Schlüsselsystem).
  • Sollen mehrere Schränke in Reihe gestellt werden? Einsparpotential Seitenwände – es werden weniger benötigt. Sind die Geräteböden ausreichend dimensioniert (bzgl. Tiefe u. Traglast)? Sonstiges Zubehör berücksichtigen (Anschlußleisten, Geräteböden, Kabelmanagement, Beleuchtung, Schwenkrahmen etc.). Potentialausgleichsschiene sollten im Schrank integriert sein.
  • Sauberes Kabelmanagement berücksichtigen (über Kabelabfangschienen u. Kabelbügel). Vereinfacht v.a. später die Arbeit am Schrank (z.B. bei einem Nachrüsten der Applikationen). Sauberer Aufbau ist eine gute “Visitenkarte” für den Administrator und Netzwerktechniker. Unbedingt notwendig: USV im Schrank einbauen oder an ein USV-System anschließen um Systemausfälle zu vermeiden bzw. ein sauberes runter fahren zu gewährleisten.
  • Soll es im Serverschrank eine Gaslöschung geben oder nicht? Optimalerweise sollte eine Löscheinheit nicht höher als 1HE hoch sein.
  • Muss es ein Schrank mit hoher Dichtigkeit sein? Hohe Dichtigkeit ist mit einem höheren Preis verbunden. In sauberer Umgebung nicht notwendig (Büros, Serverräume etc.).
  • Soll ein Schranksystem zu einem späteren Zeitpunkt erweitert werden, sollte ein Markenprodukt gekauft werden. Im Schrankbereich sind die Lebenszyklen von Schrankreihen eines Markenherstellers sehr langfristig orientiert. Einen Noname-Schrank und das Zubehör dazu können Sie evtl. in ein oder zwei Jahren gar nicht mehr kaufen. Es gibt High-End Schränke die durchaus ihre Berechtigung haben (besonderes Design, breites Zubehörprogramm, hohe Dichtigkeit etc.), aber in den meisten Fällen reicht ein solider Schrank mit einer guten Preis-/Leistungsfähigkeit aus. Umgekehrt sollte man aber auch nicht nur auf den Preis schauen, da die billigsten Lösungen sich oft negativ auf die Qualität auswirken können (schwache Konstruktion, Passungenauigkeiten etc.). Ein Problem bei “No-Name” Schränken: Falls man einige Zeit später aufrüsten (z.B. mit Lüftereinheiten) oder einen 2ten Schrank dazu stellen möchte, findet man den Schranktyp nicht mehr im Markt.

 

http://www.zetbox.de, Joachim Hennig, 2011


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