Wir belügen uns selbst bei der Partnerwahl

  

Es gibt unzählige Umfragen zum Thema Partnerwahl. Männer erzählen demnach heute gerne, sie möchten eine Partnerin, die ihnen ebenbürtig ist, Erfolg im Beruf hat und eine weit entwickelte, ausgereifte sowie selbstständige Persönlichkeit aufweist. Wenn SIE attraktiv ist, ist dagegen natürlich auch nichts einzuwenden. Frauen geben sehr oft ähnliche Kriterien an. Und nein, das Geld eines Mannes spielt doch heute keine Rolle mehr, das verdienen sie schließlich selbst.

Weit gefehlt, wie ein Forscher Team der Indiana Universität bewiesen hat. Die Kriterien an einen potentiellen Partner oder eine potentielle Partnerin, die wir bewusst benennen, decken sich bei weitem nicht mit den Kriterien, nach denen wir unbewusst auf Partnersuche sind.

21 weibliche und 26 männliche Singles wurden für die Studie vor einem Speed Dating befragt, welches Anforderungsprofil sie an einen zukünftigen Partner hätten. Im Prinzip sagten fast alle Männer und Frauen das gleiche aus: Der Partner soll in Puncto Attraktivität und gesellschaftlichem Status ein Eben- oder Spiegelbild liefern. Dann ging es im Eiltempo zum wechselseitigen Flirten und Daten. Nach dem gegenseitigen Kennenlernen sollten die Probanden angeben, an welchen Personen sie weitergehendes Interesse hätten und wen sie gerne wiederholt treffen wollen würden.

Das Ergebnis der Auswertung überraschte die Wissenschaftler dann doch. Männer wollen demnach bevorzugt gut aussehende Partnerinnen, Frauen suchten in erster Linie Männer aus, die Attraktivität, hohen gesellschaftlichen Status und sichtbares Fürsorge- Potential vereinen. Die zuvor angegebenen Kriterien deckten sich also kaum mit den Profilen, die dann tatsächlich ausgewählt wurden. Im Klartext bedeutet das: Das was wir denken zu wollen und das, was wir dann real auswählen ist ein sehr großer Unterschied. Das Resümee der Wissenschaftler ist, dass wir trotz Fortschritt und Emanzipation unsere Partnerwahl immer noch nach uralten Schemata vollziehen. Typisch als attraktiv geltende weibliche Merkmale signalisieren dem Mann bestmögliche Gene für den Nachwuchs bei der Frau. Umgekehrt favorisierten die teilnehmenden Frauen ihrerseits den bestmöglichen männlichen Versorger.


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