Zeitgenössische Malerei - alles erlaubt

Von admin • 4. Oktober 2008 • Kategorie: Kunst und Kultur

Es scheint eines der Kennzeichen zeitgenössischer Kunst zu sein, dass alle Stile und Ausdrucksarten erlaubt sind. Neue Realisten zeigen konkrete figürliche Werke, Hard Edge Maler minimalistische Bilder, es werden Medien wie Video, Film oder Computersimulationen verwendet, Elemente des Theaters fließen mit ein, ganze Räume werden mit Installationen erobert, der eigene Körper zur Fläche und zum Medium gemacht. Die verschiedensten Medien werden verwandt: das kann Acrylfarbe sein, die in den Anfängen zeitgenössischer Kunst von unter Geldmangel leidenden Künstlern als Ersatz für die teure Ölfarbe verwandt wurde, Enkaustik, Federn, verrosteter Stahl bis hin zu ganzen Tieren (wie bei Damien Hirst) oder Elefantendung und Blut. Deswegen werden zeitgenössische künstlerische Arbeiten heute „Werke“ genannt. Handwerkliche Medien wie Glas werden zu höchsten künstlerischen Ausdrucksformen verarbeitet – als Beispiel seien hier die Arbeiten des Künstlers Dale Chihuly genannt, der so eindrucksvolle Gebäude wie die Wiener Oper ausgestattet hat.

Leider bedeutet die neue Freiheit auch, dass viel hässliches Zeug als hohe Kunst bezeichnet wird – hässlicher Abfall, der nur von wenigen Experten als wirkliche Kunst angesehen wird. Es ist wirklich schwer zu entscheiden, welcher lebende Künstler wirklich besser oder universeller als ein anderer ist. Ebenso schwer, wie vorauszusagen, welcher zeitgenössischer Künstler einmal in das Pantheon der Meister eingehen wird. Ein Kunsthistoriker wird die danach gestellte Frage mit „warten Sie ein Jahrhundert, dann kann ich die Frage beantworten“ kontern.

Heute ist alles möglich – und das ist auch gut so.



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